Du bist nicht angemeldet.

Kontrollzentrum

Statistik

  • Mitglieder: 5415
  • Themen: 5170
  • Beiträge: 36870 (ø 12,83/Tag)
  • Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: schneeflocke73

Kontakt

Administratoren
euleni
taxman
Super Moderatoren
BENhur
norcop
noskom

Neuland

Schüler

  • »Neuland« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 41

Registrierungsdatum: 11. November 2010

  • Private Nachricht senden

1

Sonntag, 11. März 2012, 11:05

Private Rentenvorsorge

Hallo zusammen,

im folgendem fiktiven Fall ist nun die RWA eingegangen.

Der UHP kann ja 5 % vom Brutto sparen, bzw. in Abzug bringen.

Nun werden die 5 % Altersvorsorge schon mit der betrieblichen Versicherung abgedeckt, die der UHP monatlich vom Gehalt abgezogen bekommt.

Meine Frage ist, wenn nun der UHP schon seit 20 Jahren 2 kleine LV hat, käme er auf ca. 9 % Altersvorsorge.

Macht es überhaupt Sinn, mehr wie die 5 % anzugeben ? Oder sollte man es einfach probieren.

Wie sind hier die Erfahrungswerte ?

Vielen Dank im voraus. Danke:!

Neuland

michael

Profi

Beiträge: 3 058

Registrierungsdatum: 13. August 2006

  • Private Nachricht senden

2

Sonntag, 11. März 2012, 12:17

Oder sollte man es einfach probieren.


Auf jeden Fall.

Außerdem:

Empfehlungen des DV für die Heranziehung Unterhaltspflichtiger 2009: 99
Aufwendungen, die der zusätzlichen Altersvorsorge des Unterhaltspflichtigen dienen, sind in allen Unterhaltsverhältnissen in angemessenem Umfang als abzugsfähig anzuerkennen, wenn der Unterhaltspflichtige nicht auf andere Weise, etwa durch Immobilieneigentum, durch Wertpapiere, durch eine Lebensversicherung oder durch eine betriebliche oder sonstige Zusatzversorgung in ausreichendem Umfang weitere Vorsorge für sein Alter getroffen hat.

Angesichts der besonderen Schutzbedürftigkeit minderjähriger Kinder gilt das für Unterhaltsverpflichtungen gegenüber minderjährigen Kindern allerdings dann nicht, wenn der Unterhaltspflichtige bei Berücksichtigung dieser Aufwendungen nicht einmal zur Zahlung des Mindestunterhalts in der Lage wäre. Gleiches gilt für Unterhaltsverpflichtungen gegenüber den minderjährigen Kindern gleichgestellten volljährigen Kindern, wenn der Unterhaltspflichtige bei Berücksichtigung dieser Aufwendungen nicht einmal Unterhalt nach der 1. Einkommensgruppe des Abschnitts A. der Düsseldorfer Tabelle zahlen könnte.

Soweit die zusätzliche Altersvorsorge danach einkommensmindernd zu berücksichtigen ist, sind angemessen in diesem Zusammenhang in allen Unterhaltsverhältnissen bis zu 4 % (beim Eltern- oder Enkelunterhalt bis zu 5 %) des letztjährigen Bruttoeinkommens, soweit ein Betrag in dieser Höhe tatsächlich aufgewendet wird.

Diese Grundsätze gelten sowohl für Unterhaltspflichtige und -berechtigte mit Anwartschaft auf Sozialversicherungsrente oder Beamtenpension als auch (dort zusätzlich zur primären Altersvorsorge von ca. 20 %) für Personen mit nicht sozialversicherungspflichtigem Einkommen und nicht anderweitig vorhandener zusätzlicher Altersvorsorge, insbesondere für Selbstständige.

War der Unterhaltspflichtige aus Gründen der Kindererziehung oder aus anderen berücksichtigungsfähigen Gründen nicht durchgehend vollschichtig erwerbstätig und hat er deshalb nur einen relativ geringen Renten- oder Pensionsanspruch erworben, kann der Prozentsatz von 4 % bzw. 5 % des Bruttoeinkommens für seine Altersvorsorge angemessen erhöht werden.


Dies könnten z.B. auch lange Studien-, Ausbildung- oder Krankheitszeiten sein.

Zitat aus Gesetzeskommentar/Fachzeitschrift/Buch:Viefhues in: jurisPK-BGB, 5. Aufl. 2010, § 1603 BGB
705 Ergebnisangemessenheit statt Beitragsangemessenheit: Die Rechtsprechung des BGH stellt bei der Angemessenheitsfrage allein ab auf die Höhe der Aufwendungen, die der Unterhaltspflichtige in zulässiger Weise absetzen kann (Beitragsangemessenheit). Entscheidend ist aber nicht, wie viel der Unterhaltspflichtige aktuell aufwendet, sondern wie hoch seine zukünftige Altersversorgung sein wird. Denn ihm steht eine angemessene Altersversorgung zu. Anerkannt werden müssen daher die Beiträge, die notwendig sind, um im Alter eine angemessene Absicherung zu erreichen (Ergebnisangemessenheit).758
706 Ziel der gesamten Aufwendungen für die Altersvorsorge ist es, regelmäßig einen Einkommenssatz von rund 75% des letzten Einkommens sicherzustellen. Dies kann als Angemessenheitsgrenze herangezogen werden.759
707 Hierfür ist aber eine Reihe von individuellen Faktoren maßgeblich. Denn die Versorgungsbilanz ist einmal abhängig vom Lebensalter des Unterhaltspflichtigen und damit der Zeit, die ihm noch verbleibt, eine angemessene Versorgung aufzubauen. Seine persönliche Bilanz kann durch erhebliche Störfaktoren wie lange Ausbildungszeiten, Zeiten der Arbeitslosigkeit oder der Kindererziehung beeinträchtigt worden sein, so dass ggf. noch Nachholbedarf besteht. Auch ein durchgeführter Versorgungsausgleich kann erhebliche Lücken in die Bilanz der Rentenanwartschaften reißen.
708 Daher kann die vom BGH vorgenommene pauschale beitragsbezogene Lösung immer nur als erster Ansatz einer Bewertung gesehen werden. Dem Unterhaltspflichtigen muss möglich sein, darzulegen und ggf. zu beweisen, dass er aktuell höhere Aufwendungen tätigen muss, um langfristig die ihm zustehende eigene soziale Absicherung – ggf. auch für seinen Ehegatten – zu gewährleisten. Dabei spielt allerdings auch die Frage eine Rolle, ob Aufwendungen in dieser Höhe bereits vor Auftreten der Haftung zum Elternunterhalt regelmäßig getätigt worden sind und ob dem elternunterhaltspflichtigen Kind ggf. noch zu einem späteren Zeitpunkt – nach dem abzusehenden Ende der Elternunterhaltspflicht – die erforderliche Zeit bleibt, eine ausreichend hohe Altersversorgung aufzubauen.
709 In einer Entscheidung, die sich mit der Frage der Höhe des geschützten Vermögens befasst, hat der BGH760 ergänzend klargestellt, dass dem Unterhaltspflichtigen davon jedenfalls der Betrag verbleiben müsse, der sich aus der regelmäßigen Anlage der ihm unterhaltsrechtlich zuzubilligenden zusätzlichen Altersvorsorge (bis zu 5% des Bruttoeinkommens beim Elternunterhalt) bis zum Renteneintritt ergäbe – vgl. Rn. 711. Damit wird aber lediglich akzeptiert, dass eine frühere Rücklage aus dem laufenden Einkommen in bestimmter Höhe als Vermögen geschützt ist. Nicht geklärt ist damit, ob der Unterhaltspflichtige für die Zukunft höhere laufende Beträge zur Bildung geschützter Rücklagen aufwenden kann, wenn seine gesamte Altersversorgung wegen tatsächlich geringerer Rücklagen in der Vergangenheit noch nicht diese Obergrenze erreicht hat. Dabei kann dem Unterhaltspflichtigen auch nicht ohne weiteres vorgehalten werden, dass er frühere Versäumnisse nicht jetzt zum Nachteil des unterhaltsberechtigten Elternteils ausgleichen könne. Denn eine solche „phasenverschobene Alterssicherung“ entspricht vielfach den wirtschaftlichen Gegebenheiten. Denn meist standen in jüngeren Jahren – z.B. wegen der finanziellen Aufwendungen für die eigenen Kinder – gar keine ausreichenden Finanzmittel für die zusätzliche eigene Altersabsicherung zur freien Verfügung. Erst im höheren Lebensalter ist der Unterhaltspflichtige oft aufgrund gestiegenen Einkommens und der weggefallenen Belastungen durch die Kinder zu ergänzenden Rücklagen in der Lage. Dann muss er aber naturgemäß mehr als 5% seiner aktuellen Einkünfte aufwenden, um die entstandene Versorgungslücke aufzufüllen.
710 Abgrenzung zur Vermögensbildung: Die Frage, ob es sich um (nicht anzurechnende) vermögensbildende Maßnahmen oder um (berücksichtigungsfähige) Aufwendungen zur Altersversorgung handelt, beurteilt sich danach, ob bereits eine angemessene Altersversorgung besteht.761 Ist dies der Fall, sind die weitergehenden Aufwendungen als Vermögensbildung anzusehen, ist dies nicht der Fall, handelt es sich um Altersvorsorgemaßnahmen. In der Praxis ist es also notwendig, konkret darzulegen und ggf. nachzuweisen, dass die gewählte Vermögensbildung der langfristigen Altersvorsorge dient.
710.1 Untere Grenze des angemessenen Altersbedarfs ist der derzeit von der Rechtsprechung im Elternunterhalt geltende Selbstbehalt. Wenn die Altersversorgung des Kindes diese Höhe voraussichtlich nicht erreichen wird, muss später auf zusätzliches Schonvermögen zurückgegriffen werden. Als Obergrenze einer angemessenen Altersversorgung wird die lange Zeit als angemessene Altersversorgung angesehene Grenze von 75% des letzten Nettoeinkommens anzusehen sein (Hauß, FamRB 2010, 275, 281).
Aktualisierung vom 14.03.2011

758)
Ausführlich Hauß, Elternunterhalt – Grundlagen und anwaltliche Strategien, 2008, Rn. 126 ff.
759)
Hauß, Elternunterhalt – Grundlagen und anwaltliche Strategien, 2008, Rn. 136.
760)
BGH v. 30.08.2006 - XII ZR 98/04 - NJW 2006 3344 = FamRZ 2006, 1511 mit Anm. Klinkhammer.
761)
Soyka in: Scholz-Stein, Praxishandbuch Familienrecht, Teil J (2006), Rn. 26.


Gruß

Michael

Neuland

Schüler

  • »Neuland« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 41

Registrierungsdatum: 11. November 2010

  • Private Nachricht senden

3

Sonntag, 11. März 2012, 17:39

Danke Michael,

für Deine Ausführung und Einstellung der Berichte.

Grüße
Neuland